"HOMO HOMINI LUPUS" (Thomas Hobbes)
Der scheussliche Krieg im Nahen Osten beschäftigt mich. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Wie immer steuern Fanatiker und zynische Machtpolitiker das Geschehen. Die Leidtragenden sind die ganz normalen Menschen, die eigentlich nur ein anständiges und friedliches Leben haben möchten und die, wie immer, nichts zu bestimmen haben. Das macht wütend.
Das gleiche Gefühl hatte ich vor 22 Jahren als ich das nebenstehende Bild malte. Es symbolisiert eine Szene aus dem ersten Irakkrieg von 1990. So habe ich damals die Bombardierung Baghdads empfunden. Als ich es mehr als zehn Jahre später malte, dachte ich nicht, dass nur zwei Jahre später am selben Ort der Krieg, nur schlimmer, wieder passieren würde.
Genauso wenig haben wir dieses Mal den blutigen Überfall der Hamas auf Israel mit all seiner Grausamkeit und Brutalität vorausgesehen. Die Folgen sind unabsehbar. Sicher ist nur, dass das Leiden der Menschen auf beiden Seiten unermesslich ist.
24.07.2024
Blick aus dem Spitalzimmer
Berner Alpen, im Februar 2024 von der Klinik Beau-Site, Bern, aus gesehen.
8.03.2025 / 08.04.2025
Hommage an Vincent van Gogh
Lyssbach im Frühling
Nach einer Fotografie, welche im April 2025 erstellt wurde.
Die Medaille für den Präsidenten
(Claire Zachanassian schaut kurz in die Gegenwart hinein)
Manchmal hat man den Eindruck, die alte
Dame sei längst aus Güllen abgereist und habe beschlossen, die Welt als ihr
persönliches Freilichttheater zu betrachten. Sie reist von Bühne zu Bühne, von
Land zu Land, und überall, wo eine politische Geste ein wenig zu groß geraten
ist, lehnt sie sich zufrieden zurück. „Aha“, sagt sie dann, „ihr habt also auch
meinen Trick entdeckt.“
Denn was ist die Gegenwart anderes als
eine endlose Parade von Inszenierungen. Da überreicht jemand einem Präsidenten
eine Medaille, als wäre sie ein antiker Talisman, der Frieden, Macht oder
zumindest Schlagzeilen heraufbeschwören könnte. Die Szene ist so überladen,
dass selbst Dürrenmatt sie wohl verworfen hätte – „zu dick“, hätte er
gemurmelt, „das glaubt mir kein Mensch“. Und doch steht sie da, realer als jede
Fiktion.
Die Zuschauer – also wir – sitzen wie die
Güllener in der Turnhalle und spüren, wie die Moral langsam zu rutschen
beginnt. Erst lächelt man über die Geste. Dann erklärt man sie. Dann verteidigt
man sie. Und irgendwann sagt man mit einem Achselzucken: „Nun ja, es ist halt
Politik.“
Claire würde das kennen. Sie wusste, dass
Menschen nicht durch Argumente verführt werden, sondern durch Bilder. Ein
Panther hier, ein Sarg dort, ein Butler mit Prothese – und schon beginnt die
Welt, sich selbst zu überreden, dass das Ungeheuerliche eigentlich ganz
vernünftig sei. Die Logik der Groteske ist eben oft überzeugender als die Logik
der Vernunft.
Und so sitzt die alte Dame vielleicht
gerade irgendwo im Halbdunkel, zieht an ihrer Zigarre und beobachtet die Szene.
„Ich muss gar nichts tun“, sagt sie leise. „Ihr erledigt das schon selbst.“
Mit Hilfe von KI erstellt am 16.01.2025